Friedensbotschaft


Mit Weihnachten, besonders dem Heiligen Abend, verbinden wir eine angenehme Atmosphäre. Wir denken an strahlende Kinderaugen, friedliches Zusammen sein, Wärme und sanftes Licht. Mit das Schlimmste wäre ein Familienkrach oder sonst ein Streit, der unseren familiären Weihnachtsfrieden stören würde. Weihnachten ist eben das Fest des Friedens und Bethlehem die Stadt des Friedens. Das gilt auch dem allgegenwärtigen Unfrieden zum Trotz. Der Mensch trägt in sich eine unstillbare Sehnsucht nach Frieden. Die Hoffnung auf Frieden gibt er nicht auf, auch wenn alles dagegen spricht. Er wünscht sich Frieden, äußeren Frieden genauso wie inneren Frieden. Diese Sehnsucht lässt den Menschen nicht los.

Diese Sehnsucht findet bei Gott Gehör. Über den Feldern von Bethlehem verkünden Engel die Botschaft von der Geburt Jesu. Sie verkünden Gott in der Höhe Ehre und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade, denn mit der Geburt Jesu ist der Friede in der Welt angekommen. Diese Botschaft gilt allen Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Standes, ihrer Vermögensverhältnisse, ihres Lebens. Die weihnachtliche Friedensbotschaft ist an alle Menschen gerichtet.

Die christliche Botschaft vom Frieden hat es in sich. Wer sich auf sie einlässt, hat einiges zu erwarten. Die Weihnachtsbotschaft ist friedlich, sie kennt keine Aggressivität. Wird von Friedensmissionen geredet, dann verbindet sich damit oft auch Waffenpräsenz. Mit verschiedenen Druckmitteln wird versucht, auf Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Friedensarmeen wissen oft zu gut, was für andere gut ist. Doch die Friedensbotschaft von Bethlehem kennt keine Waffen. Der Friedensbotschafter aus Bethlehem ist ein kleines Licht. Vergangene Woche haben wir das Friedenslicht aus Bethlehem in unserer Kirche verteilt. Es ist leicht auszulöschen. Dieses Licht macht keine Angst, es leuchtet sanft und strahlt.

Die Weihnachtsbotschaft grenzt niemanden aus. Der Mensch hat die Angewohnheit, Menschen zu sortieren. Aussortiert werden Menschen mit schlechten Taten, Menschen, die sich nicht engagieren, Menschen, die nichts glauben, Menschen die nicht zur Gemeinschaft gehören. Gerne hätte der Mensch klare Verhältnisse, doch die Botschaft von Bethlehem gilt allen. Sie ist Gottes Friedensangebot an alle, egal ob reich oder arm, ob vorbelastet oder nicht. Gottes Friedensangebot kommt im Stall zur Welt, niemand muss sich schämen, weil er sich zu klein, zu schlecht oder zu gering vorkommt. Gott wendet sich an jeden, er spricht jeden Menschen an, mit seiner Botschaft lässt sich niemand ausgrenzen.

Mit der Weihnachtsbotschaft lässt sich keine Macht ausüben. Wer sich auf die Botschaft vom Frieden einlässt, der setzt sich für die Rechte aller Menschen ein. Im ist Gleichberechtigung ein Anliegen und er strebt nicht nach den ersten Plätzen. Im Stall von Bethlehem kommt der Friedensfürst als Kind zur Welt. Er ist auf die Menschen angewiesen, auf Menschen, die guten Willens sind. Wie sich Gottes Sohn in den Dienst an den Menschen nehmen lässt, leben auch seine Boten, Menschen guten Willens, für den Frieden. Oft sind es kleine Schritte, doch durch sie wächst der Friede in der Welt.

Die Botschaft des Friedens ist kein Machtinstrument und doch wird sie Bedrohung. Systeme in denen sich Menschen über andere Menschen stellen fühlen sich von der Weihnachtsbotschaft angegriffen. So ist es nicht überraschend, dass es immer wieder Christen sind, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und ermordet werden. Wer sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt, der steht denen im Weg, die nach der Macht greifen, denn die Sehnsucht nach Frieden treibt Menschen an, gegen Ausgrenzung und Radikalismus aufzustehen und für Versöhnung und Gerechtigkeit einzutreten. Wer mit der Botschaft des Friedens unterwegs ist, kann nicht damit rechnen, in Frieden gelassen werden. Wer Frieden sucht, der will nicht in Ruhe gelassen werden, denn ihn treibt eine Sehnsucht. Sie widersteht der Hoffnungslosigkeit und der Resignation, die uns oft entgegenschlägt.

Unsere Sehnsucht nach Frieden hat Wurzeln im Geschehen im Stall von Bethlehem. Es sind tiefe Wurzeln, die uns Kraft geben, Friedensbotschafter zu sein. Im Namen des Kindes von Bethlehem sind wir in der Welt unterwegs. Unsere Botschaft lautet: Gott ist Mensch geworden und hat der Welt den Frieden gebracht. Ihm sei Ehre im Himmel und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.