Neue Dimension Leben


In diesen Tagen haben wir uns immer wieder gefragt, was macht die Zeit unseres Lebens aus? An der Wand hängen noch verschiedene Stichworte wie Zeit der Wüste, der Dürre, des Hoffens, der Liebe - verschiedene Zeiten, unser Leben kennt. Gestern auf unserem Kreuzweg rückte die Begrenztheit unseres Lebens in den Blick. Wir haben unsere Lebenszeit in verschiedenen Dimensionen entdeckt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Wir haben unser Leben gesehen in seiner zeitlichen Begrenzung. Leben als Weg, das seine Grenzen hat, beginnend mit der Geburt und dem Tod entgegeneilend als seinem Ende. Als Lebenszeit können wir unser Leben fassen. Wir können unser Leben nur wahrnehmen, indem wir es sehen als Zeit, die uns geschenkt ist.

Dieses Leben ins seiner Zeitlichkeit, in seiner zeitlichen Begrenzung nimmt Gott auf sich, als er Mensch wird. Der Ewige, der selbst vor aller Zeit ist, begibt sich selbst in die Zeit. Er wird zeitlich begrenzter Mensch wie wir. In Jesus Christus wird Gott zeitlich.

Menschliches Leben hat Grenzen, kennt Grenzen an Belastbarkeit. Am gestrigen Karfreitag wurden uns die Grenzen menschlichen Lebens vor Augen geführt. Wir haben die Grenzen menschlichen Lebens erfahren durch den, der keinen Grenzen kennt.

Als Mensch erfährt er sich eingespannt zwischen Beginn und Ende, zwischen Geburt und Tod. Diese Grenzerfahrung durch die Zeit nahm Gottes Sohn auf sich, um sie zu durchbrechen. Die Fesseln des Todes, Fesseln der Zeitlichkeit streift Jesus Christus ab. Er zerreißt sie und kehrt zurück in die Ewigkeit bei Gott. In seiner Auferstehung durchbricht Christus die Grenze des zeitlich begrenzten Lebens hinein in ein Leben ohne Grenzen. Den Menschen wird eine neue Dimension eröffnet. Die zeitliche Begrenzung des Lebens ist überwunden. Die Dimension endlich ist aufgelöst hinein in die Ewigkeit Gottes. Es ist ein Weg aufgetan in das göttliche Leben, das Leben, das keine Grenzen mehr kennt.

In dieser Nacht feiern wir eine neue Dimension menschlichen Lebens. Durch die Auferstehung Christi wird menschliches Leben hineingenommen in das Leben, das kein Ende kennt. Wie Christus leben auch wird durch den Tod hindurch in ein Leben ohne Ende. Menschliches Leben verliert seine Zeitlichkeit und wird zum unbegrenzten Leben in der Ewigkeit bei Gott.

 

Wir Menschen haben Anteil an der Ewigkeit Gottes. Ein blaues Tuch liegt über dem Altar und fließt in eine Schale mit Wasser. Wasser – Symbol des Lebens – ist für uns zum Sakrament, zum Symbol göttlichen Lebens geworden. Wir werden jetzt Wasser segnen. Wasser das uns an das Leben erinnert, das wir von Gott empfangen haben.