Gedanken von mir
 

Ich möcht, dass einer mit mir geht!

In einem Lied heißt es:

Ich möcht’, dass einer mit mir geht,

der’s Leben kennt, der mich versteht,

der mich zu allen Zeiten kann geleiten.

Ich möcht’, dass einer mit mir geht.

Letzte Strophe:

Sie nennen ihn den Herren Christ,

der durch den Tod gegangen ist;

er will durch Leid und Freuden mich geleiten.

Ich möcht’, dass er auch mit mir geht.

Wer von uns möchte wirklich allein durchs Leben gehen. Es mag zwar Zeiten geben, wo wir ganz gerne für uns sind, aber das ganze Leben lang allein sein? Wir sind um jeden froh, der uns zumindest ein Stück unseres Lebensweges begleitet.

Das Kind Marias bekommt einen Namen: Jesus – Immanuel: Gott rettet, Gott ist mit uns. Schon einmal hat sich Gott mit einem Namen geoffenbart. Damals als Mose seinen Auftrag bekam, nannte Gott seinen Namen: JHWH - Ich bin da. Dieser Name wurde zur Überschrift über die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Mit dieser starken Begleitung findet Israel ins gelobte Land. Nun verdeutlicht sich Gottes „Ich bin da“ im „Gott ist mit uns“. In Jesus zeigt sich. Gott ist nicht ein huldvoller Herr, der seinen gütigen Blick von oben auf die Welt wirft, doch weiter kaum berührt wird vom Geschehen in der Welt. Gott ist vielmehr ein Herr, der sich mitten unter die Menschen begibt. Er ist mitten drin im Geschehen und sucht die Menschen heim. Gott sucht uns heim, das heißt, er besucht uns in unserem Heim. Er ist da, wo wir sind, mitten in unserem Leben. Gott ist mit uns, das heißt Gott steckt mit uns mitten drin in der Welt und kennt sich aus in unserem Leben. Gott ist der, der mit mir geht und mein Leben kennt. Er versteht mich selbst dann, wenn ich mich selbst nicht mehr kenne und mich niemand zu verstehen scheint. Gott ist es, der mit mir durch dick und dünn, durch Leid und Freuden geht. Das steckt dahinter, wenn Gott sich als der erweist, der mit uns Menschen ist.

Ist das zu verstehen? Mit dem Kopf sicher nicht! Wenn wir die Geheimnisse Gottes verstehen wollen, dann ist das für unsere Gedanken immer eine Nummer zu groß. Gott zu verstehen ist Herzensangelegenheit. Von Maria heißt es, dass sie alles, was ihr erzählt wird, in ihrem Herzen bewahrt und bewegt. Das Herz sieht anders als es unser Kopf tut. Es erkennt die Dinge auf eine andere Weise. Unser Herz sieht die Liebe, die in den Dingen ist. Wenn wir deshalb Gott hören wollen, müssen wir es mit dem Herzen tun. Nur so sehen wir die Liebe, die von ihm aus geht. Die Liebe sehen, das ist das Erkennen des Herzens.

Als Maria durch den Engel die Botschaft Gottes von der Geburt seines Sohnes hört, fragt sie, wie das gehen soll. So fragt unser Kopf und mit dem Kopf lässt sich keine Antwort auf das Wie der Menschwerdung Gottes finden. Maria aber beginnt mit dem Herzen zu verstehen. Damit erkennt sie Gottes Willen und wird zum Menschen, der sich von Gott in Dienst nehmen lässt. Das Herz versteht den Wunsch Gottes und macht fähig, Gottes Willen zu befolgen. Indem wir Gott als die Liebe erkennen, verstehen wir ihn und werden fähig seinen Willen zu tun.

Das Herz macht uns auch fähig, Gott unseren Vater zu nennen. Paulus schreibt im Galaterbrief davon, dass Gottes Geist uns lehrt Abba – Vater zu rufen. Indem Gott in unser Leben tritt und uns zum Begleiter wird, erfahren wir uns als Kinder Gottes. Wir sind nicht mehr Sklaven oder Knechte, die unter einem übermächtigen Herrscher stehen. In seiner Liebe entlässt Gott den Menschen aus der Sklaverei in die Freiheit. Wir sind Freie, von Gott selbst freigemacht durch seine Liebe. Diese Freiheit kann uns niemand mehr nehmen! Diese Freiheit lässt uns Gott unseren Vater nennen, denn wir haben ihn als unseren Vater erfahren. Auch wenn mancher Vater in einer Familie eine sehr dominante Stellung innehat, sollten wir mit unserem Vater doch eher den verbinden, der uns Geborgenheit, Schutz und eine gute Begleitung schenkt, ohne uns in unserer Entwicklung zu behindern. So ein Vater ist Begleiter in eine Freiheit, die uns verantwortlich leben lässt. So einen Vater stellt Jesus uns als seinen und unseren Vater vor. Hier dürfen wir rufen Abba Vater.

 

Ich möcht’, dass einer mit mir geht,

der’s Leben kennt, der mich versteht,

der mich zu allen Zeiten kann geleiten.

Ich möcht’, dass einer mit mir geht.

In Jesus Christus haben wir erfahren, Gott als unser Vater kennt uns und unser Leben und er geht mit uns mit.