Wenn ein Kind geboren wird, dann beginnt die Gruppe der Verwandten das kleine Wesen zu begutachten und zu fragen, wem sieht es denn ähnlich, nach wem schlägt es, was wird wohl aus ihm werden?

Auch die Verwandten von Elisabeth und Zacharias kommen mit dieser Frage. Das besonders auch, weil über der Geburt ihres Kindes besondere Zeichen stehen. Eigentlich hatten die Eltern des Johannes ja schon alle Hoffnung aufgegeben. Schließlich waren sie bis ins hohe Alter kinderlos geblieben. Als sich nun aber Nachwuchs anmeldete, da hat es Zacharias die Sprache verschlagen. Er konnte es nicht fassen, dass er wider alle Vernunft doch noch Vater würde. Seine Frau Elisabeth ist offener für Gott. Sie erkennt das große Geschenk, das sie erwarten durfte und benennt es. Sie nennt ihr Kind Johannes, Gott erweist sich als gnädig. Elisabeth hat an die Möglichkeiten Gottes geglaubt, deshalb kann sie sich zu ihm bekennen.

Wenn bei Johannes die Frage gestellt wird, was wohl aus ihm wird, dann lautet eine Antwort, mit ihm wird ein Vorzeichen in der Geschichte der Menschen gesetzt. Gott erweist sich als gnädig ist nicht nur der Name des Kindes, dieses Wort wird zur Überschrift über den, den Johannes ankündigt, nämlich Jesus – Gott mit uns. Es beginnt das Kapitel der besonderen Zuwendung Gottes zu den Menschen. Gott ist mit den Menschen gnädig. Er wendet sich den Menschen zu und erweist ihnen seine Gnade, indem er selbst Mensch wird. Gott teilt das Schicksal der Menschen. Wenn also die Menschen fragen, was hat es den mit dem Kind Johannes auf sich, dann ist ihnen genau diese Antwort zu geben. Das Kind Johannes ist eine Botschaft für die Menschen – Gott zeigt den Menschen seine Gnade.

Was wird wohl aus dem Kind werden? Johannes wird zum Rufer in der Wüste. Als Rufer aus der Wüste fordert er die Menschen auf, auf Gott zu setzen. Für diesen Auftrag zieht sich Johannes in die Wüste zurück und setzt sich dem Geist Gottes aus. Durch Gott gestärkt, kann er dann den Menschen entgegentreten und sie aufrufen, sich für Gott zu öffnen. Die Menschen sollen wieder mit Gott rechnen, dann kann Gott im Leben der Menschen erfahr werden.

Gott erweist sich als gnädig, das ist die Botschaft des Kindes Johannes für alle Menschen. Wer kennt nicht die eine oder andere Situation in seinem Leben, die er als aussichtslos erfahren hat. Leben kann aussichtslos sein und uns vor die Frage stellen, geht es überhaupt weiter? Hat unser Leben noch eine Chance? Gedanken wie die des Zacharias können auch uns ergreifen und wir machen zwar weiter, aber ohne besondere Perspektive und Vision. Mit einer Änderung rechnet man nicht so recht. Gott kann doch auch nichts ändern!

Gott kann! sagt uns die Geburt des Johannes. Gott kann Leben wenden. Seine Wege mögen zwar nicht die Wege sein, die wir uns gedacht haben, doch Gott kann Leben ändern. Er hat Wunder auf Lager – wir dürfen mit ihm rechnen. Wenn Gott in unserem Leben Wunder tut, dann öffnen sich für uns neue Perspektiven.

Mit Gott rechnen heißt nicht, dass er nach unseren Wünschen die Dinge regelt. Mit Gott rechnen bedeutet zuerst, sich öffnen für die Möglichkeit, dass Gott in unser Leben tritt. Elisabeth war bereit, sich von Gott überraschen zu lassen. Anders als ihrem Mann verschlägt es ihr nicht die Sprache, als sich die Geburt eines Kindes ankündigt. Elisabeth konnte wohl wider alle Hoffnung hoffen und ihre Hoffnung erfuhr Bestätigung. Ähnliche Hoffnung brauchen auch wir für unser Leben, wenn es aussichtslos scheint. Die Hoffnung, dass es doch gehen könnte, lässt uns erst Möglichkeiten erkennen, wo eigentlich nichts mehr zu sehen war. Wir werden empfänglich für Wege, die uns bisher unbekannt waren. Leben kommt auf neuen Pfaden in Bewegung und entpuppt sich wieder als lebenswert.

Gott erweist sich als gnädig. Diese Erfahrung lässt sich auch in unserem Leben festmachen. Aussichtslose Situationen, die sich als Chance für das Leben entpuppt haben, sind Augenblicke, in denen auch wir die Gnade Gottes erfahren durften. Sie sind die Wunder, die ein Leben mit sich bringt. Wir dürfen auch für uns glauben: Gott ist mit uns. Er ist Teil unseres Lebens.

Was wird wohl werden? Das Kind Johannes ruft uns zu, hab keine Angst. Sei zuversichtlich, denn Gott ist gnädig. Er geht alle Wege mit und führt uns an ein gutes Ende.