Alles gute kommt von oben!


Alles Gute kommt von oben, sagt der Volksmund. Geografisch gesehen stimmt diese Aussage eher weniger, denn in den Bergen kommen von oben Lawinen und Gesteinsrutsche. Auch der Steinschlag ist von oben zu erwarten. Alles Gute kommt von oben, dieses Sprichwort greift also eher eine übernatürliche Wirklichkeit auf. Da wird schon mal ein hilfesuchender Blick zum Himmel geworfen oder der Himmel um Hilfe angefleht. Die Verbindung des Guten mit dem Himmel hat eine einfache Wurzel. Mit dem Himmel verbindet sich das Helle, das Licht, während sich mit dem Dunkel der Erde auch das Dunkel des Lebens verbindet.

Der Mensch erwartet sich das Gute vom Himmel und unser Glaube gibt dieser Erwartung recht. In die Dunkelheit des Lebens kam Jesus Christus als das Licht, das die Menschen erleuchtet. Jesus macht die Welt der Menschen hell. Er treibt das Dämonische aus, vertreibt die Dunkelheit der Krankheit und der Not und durchbricht sogar die Dunkelheit des Todes. Mit Jesus Christus kam das Licht in die Welt. Die Dunkelheit des Lebens wird erhellt. Der Himmel kam auf die Erde und das Himmelreich wurde bei den Menschen sichtbar und erfahrbar. Die Jünger durften die Erfahrung des Paradieses auf Erden machen. Selbst im Tod ihres Meisters starb ihre Hoffnung nicht, doch nun entzieht er sich. Lesung und Evangelium sprechen davon. Jesus richtet ein letztes Mal sein Wort an die Jünger und dann entzieht er sich ihren Blicken. Ihr Meister ist fort.

Die Jünger stehen da und richten ihren Blick nach oben. Ihre Sehnsucht, ihre Gedanken hängen ihrem Meister noch nach, da werden sie auf die Erde zurückgeholt. Der Blick zum Himmel kann dem Menschen zwar Hoffnung geben. Gebet und Bitte, die wir an Gott richten, finden Gehör und lassen uns Kraft aus der Zuversicht schöpfen, dass Gott mit uns ist. Das Leben aber spielt sich her auf der Erde ab! Der Mensch darf zwar den schönen Momenten seines Lebens nachsinnen, dort hängen bleiben kann er nicht, denn sonst spielt das Leben ohne ihn. Das müssen auch die Jünger erkennen. Nun geht es nicht mehr darum, in den Erinnerungen an die gemeinsamen Zeiten zu schwelgen, nun heißt es, die Erfahrungen mit ihrem Meister in ihr eigenes Leben zu übertragen. Was die Jünger erfahren und erlebt haben, muss nun zu ihrem Eigenen werden. Sie müssen den Geist leben, den sie von ihrem Meister aufgenommen haben.

Was steht ihr da? Dieser Satz aus dem Mund der Himmelsboten klingt wie ein Vorwurf. Was steht ihr da noch rum, so klingt dieser Satz in meinen Ohren, jetzt seid ihr gefordert. Mit der Himmelfahrt Jesu ist ein Wendepunkt verbunden. Jesus, der den Himmel auf die Erde gebracht hat, ist in sein Reich zurückgekehrt. Nun liegt es an seinen Jüngern, die Botschaft vom Himmel auf Erden weiterzusagen. Im Evangelium heißt es auch, Jesus wird in den Himmel aufgenommen und seine Jünger zogen herum und predigten und ihre Verkündigung wurde mit den Zeichen Jesu bekräftigt.

Mit der Himmelfahrt Jesu hätte alles vorbei sein können. Die Jünger hätte wieder zu ihren Familien heimkehren können und die Geschichte Jesu wäre erledigt gewesen. Doch die Geschichte Jesu ist nicht vorbei. Die Sache Jesu geht weiter. Weil damals die Jünger aufgehört haben, nur nach oben zu schauen, und ins Leben zurückgekehrt sind, ging auch die Sache Jesu weiter. Angefangen bei den Jüngern haben bis heute Menschen sich an die letzten Worte Jesu erinnert, der uns Menschen mit auf den Weg gegeben hat, seine Worte weiterzusagen und seine Taten weiter zu tun. Die Sache Jesu geht weiter, weil sich bis heute Menschen finden, die nicht nur zum Himmel blicken und sich das Gute von oben erhoffen, sondern weil Menschen im Geist Jesu in der Welt am Werk sind und den Menschen durch ihr Wort und ihr Tun ein Stück von dem Himmel zeigen, der mit Jesus Christus in die Welt kam.

Jesus Christus ist in den Himmel zurückgekehrt. In der Welt aber bleibt sein Geist lebendig in den Menschen, die an ihn Glauben und von ihm durch ihr Leben erzählen.