Wer ist Gott? – Hätten sie eine Antwort parat?

Eltern kommen in Verlegenheit, wenn Kinder die Frage nach Gott stellen. Meistens tun sie es ja eher versteckt. Sie fragen, warum beten wir? Warum gehen wir in die Kirche? Unser Lehrer hat gesagt, … Warum musste Jesus sterben?

Was sagen Eltern dann? Die Antwort auf die Frage, glaubst du an Gott, ist ja noch einigermaßen einfach mir JA zu beantworten, doch die Frage nach dem Warum? Und dann nach dem Wer ist Gott? Dann fallen Antworten schon schwerer.

Ich lasse in Gruppen manchmal Gottesbilder malen. Ohne eine Vorgabe sollen sich Teilnehmer hinsetzen und malen, wer oder wie für sie Gott ist. Die Bilder sind dann sehr unterschiedlich, wie sie sich vorstellen können. Jeder von uns hat einen anderen Erfahrungsschatz, wenn es um Gott gibt. Das ist nur ein deutliches Zeichen dafür, dass es das Bild für Gott nicht gibt und jeder von uns nur ein Mosaiksteinchen dieses Bildes gesehen hat. Wenn wir wirklich einmal über unseren Gott reden, werden wir merken, wie viel an persönlicher Erfahrung hinter unserem Gottesbild steckt.

Wer ist wie Gott? Für uns gibt es kein Wissen darüber, wer Gott wirklich ist. Es gibt nur verschiedene Wege der Gottsuche, auf denen Gott sich finden lässt. Doch diese Erfahrungswege sind für jeden von uns anders und somit bekommt jeder von uns sein eigenes Bild von Gott.

Für uns Christen hat das Bild von Gott jedoch eine einheitliche Grundfärbung. Jesus hat mit seiner Verkündigung die Grundlage für unser Gottesbild gelegt. Es hat eine Färbung bekommen, die sich im Glauben an die Nähe und Liebe Gottes zeigt. Dieses Gottesbild versucht unser heutiges Fest ins Bild zu bringen.

Wir feiern heute den dreifaltigen und dreieinigen Gott. Wir feiern, dass wir daran glauben, dass Gott sich als ein Gott in drei Personen offenbart hat. Dieser Satz ist nicht leicht zu verstehen – vielleicht gar nicht, aber wir können immerhin versuchen, was es bedeutet, dass Gott uns in drei Personen begegnet, während er doch der eine bleibt.

Gott ist der eine. Er wendet sich den Menschen in Liebe zu. Diese Botschaft zieht sich durch die ganze heilige Schrift. In der Schöpfung erschafft Gott dem Menschen einen Lebensraum. Es soll ein Raum sein, in dem der Mensch sich geborgen und aufgehoben fühlt. Wir sprechen vom Paradies, in dem der Mensch sein darf. Auch als der Mensch das Paradies verliert, verliert er nicht die Zuwendung Gottes. Im Alten Testament hören wir immer wieder, dass Gott sein Volk annimmt, auch wenn es sich daneben benommen hat. Höhepunkt der Liebe und Zuwendung Gottes ist die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. In der Geistsendung schließlich setzt sich Gottes Nähe bei den Menschen fort. Die gesamte Geschichte Gottes mit den Menschen ist eine Liebesgeschichte. Gott ist der eine, denn er offenbart sich den Menschen immer als die Liebe, die er selber ist.

Dieser Liebe begegnet der Mensch in unterschiedlicher Weise. In der Person Jesu Christi hat sich Gottes Liebe konkret unter den Menschen offenbart. Die Liebe ist es, die Gott drängt, Mensch zu werden und so den Menschen in besonderer Weise nah zu sein. Mit der Geburt Jesu beginnt die Zeit der Offenbarung der Liebe Gottes. Erfahrbar in den verschiedenen Begegnungen mit den Menschen wird sichtbar, Gott ist wirklich unter den Menschen da. Er nimmt sie an in ihrer Not, mit ihren Schwierigkeiten und mit Fragen. Jeder dem Jesus begegnet, der erfährt in dieser Begegnung die Liebe Gottes. Gott bekommt in Jesus ein menschliches Gesicht und kommt damit den Menschen nahe. Seine Liebe zu den Menschen findet kein Ende, auch der Tod schreckt Jesus nicht, sondern wird zum Höhepunkt der Liebe Gottes.

Gottes Liebe begegnet den Menschen im Menschen Jesus Christus, Gottes Sohn. Jesus offenbart uns Gott als die Liebe, die aber ihren Ursprung im Vater hat. Der Gott der Verkündigung Jesu ist Gott als der Vater aller. Mit diesem Bild will Jesus uns Menschen deutlich machen, dass wir es nicht mit einem fernen Schöpfergott zu tun haben, der zwar die Welt erschaffen hat, sich aber dann aus ihr verabschiedet hat. Der Gott Jesu Christi bleibt in seiner Welt gegenwärtig. Er nimmt weiterhin Anteil am Leben der Menschen und zeigt sich als der Ich-bin-da! Wir hat Gott als einen Vater, der wirklich für uns da ist und da bleibt.

Gottes Liebe begegnet uns Menschen im Menschen Jesus Christus. Sie hat ihren Ursprung aber bereits in Gott dem Schöpfer und Vater der Welt. Diese Liebe endet jedoch nicht mit dem Tod Jesu, sondern setzt sich fort. Jesus verabschiedet sich von seinen Jüngern mit dem Hinweis auf den Geist, den er den Menschen hinterlassen wird. Es ist Gottes Geist, die Liebe Gottes, die den Menschen weiterlebt, die sich auf den Weg Jesu begeben. Die Jünger Jesu sind Begeisterte, weil sie von Jesu Geist erfüllt sind. Gott bleibt unter den Menschen da, in den Menschen, die seinen Geist in sich tragen. Es ist die dritte Weise, in der sich Gott als die Liebe unter den Menschen zeigt. Jeder Mensch, der im Namen Jesus auftritt und dabei die Liebe Gottes lebt, wird zum Ort der Gegenwart von Gottes Geist.

Gottes Liebe begegnet uns Menschen im Menschen Jesus Christus. Sie hat ihren Ursprung in Gott dem Schöpfer und Vater der Welt und setzt sich fort durch den Geist in den Menschen, die Gottes Liebe leben. Das Geheimnis von der Dreifaltigkeit Gottes will diese Wirklichkeit Gottes ins Wort bringen. Wir werden dieses Geheimnis zwar nie begreifen, aber wir dürfen Gottes Liebe in seinen verschiedenen Weisen erfahren. Das ist es, was uns zum Leben hilft. Lassen wir uns von dieser Liebe tragen und erfüllen.