Gedanken von mir
 


Zum 6. Sonntag der Osterzeit

Sektenangehörige treten mit einer anziehenden Botschaft auf: - Tolle Gemeinschaft - Unendliches Glück - Lösung aller Probleme - Exklusives Heil - Absolute Heilung Mit ihrem Angebot treffen sie die tiefen Sehnsüchte des Menschen, die Sehnsucht nach Heil, nach Frieden, den Wunsch nach Glück und Zufriedenheit, die Hoffnung auf Erlösung und Unendlichkeit.

Die Worte Jesu klingen heute ähnlich: Er verspricht Frieden und Heil. Doch wie sieht es 2000 Jahre später aus? War seine Zusage leeres Gerede?

Schauen wir uns seine Worte nochmals genauer an: Jesus macht kein Versprechen, er fordert uns vielmehr auf, uns an seine Worte zu halten. Dann, wenn wir uns an seine Worte halten, dann wird sich seine Zusage erfüllen und sich die Welt verändern.

Hier lässt sich einwenden: Wir leben doch in einer ganz anderen Zeit, wie kann da etwas gelten, was einer vor 2000 Jahren gesagt hat? Jesus behauptet nicht, dass seine Sätze bleiben, er gibt uns etwas anderes in die Hand: seinen Geist. Nach seinen Worten leben heißt nicht, alles, was im Evangelium steht 1:1 zu übernehmen, das ist unmöglich und ginge deshalb schief. Unsere Aufgabe ist es, unsere Wirklichkeit sehen und uns vom Geist Jesu inspirieren zu lassen.

Diesen Geist kennen wir aus den Berichten seiner Zeitgenossen. Dieser Geist hat Namen: Er heißt Liebe, Annahme, Toleranz, Solidarität, Nähe, Geborgenheit, ... usw. Das Beispiel Jesu nennt uns viele Namen.

Unsere Aufgabe ist es, unser Leben zu sehen und seinem Geist entsprechend handeln. Was heißt das angesichts von Menschen, die unsere Kultur nicht kennen, von Menschen, die sich mit unserer Lebensweise schwer tun, von Menschen, die unserer Leistungsgesellschaft nicht gewachsen sind, von Menschen, die unsere Wirtschaft überrollt, von Menschen, die uns und denen wir Angst machen, von Menschen, die unbequem sind?

An was erinnert uns da der Geist Jesu? Was bedeutet hier der den anderen a nnehmen, wie Jesus die Menschen angenommen hat? Die Antwort auf diese Fragen muss jeder von uns für sich selbst finden. Denn wir allen kennen den Geist Jesu, wir alle tragen ihn in uns. Wenn dieser Geist in uns treibende Kraft ist, dann wird für uns das wahr, was Jesus versprochen hat. Dann wächst sein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens.