Zum Thema Hausbau


Wer ein Haus baut, der muss sich der Frage stellen, worauf er das Gebäude errichtet. Es würde auch kaum jemand auf die Idee kommen, auf den Sand an der Nordsee ein Hochhaus zu stellen. So ein Haus gerät irgendwann in Schieflage.

Das Bild vom Hausbau kann man auch im Blick auf die Gestaltung unseres Lebens nehmen. Was ist die Grundlage unseres Lebens? Worauf stellen wir unser Lebenshaus – und was bedeutet hier zu sagen, unser Haus ist auf Sand bzw. auf Fels gebaut?

Strömungen in unserer Gesellschaft sind danach aus, ohne Gott oder ein anderes höheres Wesen auszukommen. Sie betonen die große Freiheit, die die Menschen damit für sich erreichen. Der Mensch kann gut ohne Gott leben. Humanismus ist eine dieser Strömungen, der alles Gestalterische in die Hände der Menschen legt. Ich glaube, wenn Gesellschaft so aufgebaut wird, dann ist das Haus auf Sand gebaut. Dieser Sand scheint auch zu tragen, er tut es ja auch – zunächst. Grundlage so eines Gesellschaftmodells ist der gesellschaftliche Konsens. Die Menschen geben sich ihre Regeln selbst und alles funktioniert. So eine Gesellschaft kann auch gelingen, der gesellschaftliche Konsens kann tragen, wenn alle mit viel Idealismus in die gleiche Richtung denken und das Wohl aller im Sinn haben. Doch eine wirklich feste Grundlage ist das nicht. Neue Gesichter finden neue Regeln. Die gemeinsame Basis bröckelt und schließlich beginnt das Gebäude Gesellschaft zu wanken. Menschengesetz ist von Menschen gemacht und deshalb auch von Menschen veränderbar. Denke ich solch ein Modell ins Extrem, dann kann schließlich der Mensch darüber entscheiden, wer des Menschseins würdig ist, denn der Mensch muss nicht über sich hinaus denken. Er selbst ist letzte Instanz. Die Gemeinschaft der Menschen ist wie aus vielen Sandkörnern zusammengesetzt. Solange sie fest zusammen halten, können sie das Gebäude tragen. Wenn jedoch jemand auszuscheren beginnt, rutscht der Untergrund weg.

Wenn jedoch Gott oder ein höheres Wesen, wie andere Religionen und Philosophien es ausdrücken, Grundlage des Lebenshauses ist, dann hat der Mensch eine übergeordnete Instanz, an der er sich ausrichtet. Leben hat eine andere Verankerung. Leben hat einen Bezugspunkt, der nicht verfügbar ist. Der Mensch verlässt sich im letzten nicht auf sich selbst, sondern findet Halt und Sicherheit in Gott. Wenn ich das auf das Beispiel Menschenwürde anwende, dann bekommt der Mensch seine Würde nicht vom Menschen, sondern von Gott. Damit kann der Mensch einem Menschen auch seine Würde nicht absprechen. Sie ist dem Menschen nicht verfügbar. Auch andere Werte bekommen ihre größere Bedeutung erst dann, wenn sie nicht durch den Menschen als Werte bestimmt werden, sondern höher Werte sind. Egal wie Menschen sich hier verändern, bleiben diese Werte bestehen. Der Mensch kann auf sie bauen und sie bröckeln nicht ab, wenn die Stürme der Zeit und des Lebens sie hinterfragen.

Menschen, die ihr Leben auf Gott bauen, können sich zwar ihre Welt nicht selber basteln, denn Gott spielt mit. Sie wissen, dass sie Gott gegenüber verantwortlich sind. Gleichzeitig dürfen sie sich frei fühlen, denn sie hängen nicht von den Systemen der Menschen ab. Gottes Reich bietet dem Menschen Beständigkeit und Sicherheit, wie er sie von Menschen nie erwarten kann. Wer auf Gottes Wort baut, der hat sein Leben auf Fels gebaut.