Glauben Sie an die Auferstehung?


Glauben Sie an die Auferstehung? - Sie werden sich vielleicht über diese Frage wundern, schließlich sind wir zum Gottesdienst versammelt, um gerade die Auferstehung Jesu zu feiern. Doch meine Frage wird bei weitem nicht von jedem Christen mit Ja beantwortet. Der Glaube an Auferstehung ist auch unter Christen nicht für jeden eine Selbstverständlichkeit. Die Frage, wie es denn nach dem Tod weitergeht, bringt auch unter Christen ein Spektrum an Antworten hervor. Man nimmt Alternativen an, wie den Glauben an eine Wiedergeburt, das Aufgehen in einem Weltgeist oder das Sein als Geistwesen und andere mehr. Ein Leben nach dem Tod als Mensch, der durch die Auferstehung Jesu in ein neues Leben erlöst wurde, ist für viele nicht nachvollziehbar. Auferstehung lässt sich nicht so einfach glauben.

Auch die Jünger Jesu erschrecken angesichs des Auferstandenen. Sie tun sich erst einmal schwer mit dem Gedanken, ihr Meister sei von den Toten erstanden und würde leben. Da helfen auch die Berichte von Begegnungen nicht weiter. Auch die Jünger sind am zweifeln. Sie können es erst nicht glauben, was sich da vor ihren Augen abspielt. Ist es vielleicht nicht doch nur eine Fatamorgana, eine Lichttäuschung oder ein Geist, der sich in ihre Mitte schleicht. Die Auferstehung der Toten ist unvorstellbar. Der Mensch kann sich nicht vorstellen, wie das gehen soll. Glaube an Auferstehung lässt sich nicht machen, er muss Schritt für Schritt wachsen.

Die Evangelien versuchen dieses Wachstum zu unterstützen, indem sie mit Beweisen aufwarten. Letzten Sonntag war es der Apostel Thomas, der den Auferstandenen berühren durfte, die Emmausjünger erzählen von Begleitung und Brotbrechen und heute hören wir davon, dass die Jünger den Auferstandenen anfassen dürfen und dieser sogar feste Nahrung zu sich nimmt. Auch wenn diese Berichte einer wissenschaftlichen Beweisprüfung nicht standhalten, wollen sie uns doch helfen, an die Auferstehung zu glauben. Durch ihre Berichte versuchen die Evangelisten uns zum Glauben an die Auferstehung zu führen. Wir sollen glauben können, was sie erlebt und für sich erkannt haben, nämlich dass der Tod durchbrochen ist und es ein Weiterleben gibt und zwar als ganzer Mensch. Auferstehung von den Toten betrifft den ganzen Menschen, sie umfasst den Menschen mit Leib und Seele.

Diese Botschaft von der Auferstehung der Toten ist nicht eine Erfindung der Jünger Jesu. Jesus beruft sich als der Auferstandene auf das Zeugnis der Schrift. Was mit ihm und durch ihn geschehen ist, steht bereits geschrieben. Macht doch die Augen auf und beginnt zu verstehen, fordert Jesus seine Jünger auf. Es ist alles bereits durch die Wurzeln eures Glaubens gesagt. Das Gesetz des Mose, die tiefste Grundlage dessen, was ihr glaubt, die Propheten, Gottes Sprachrohre und sogar die Psalmen, eure Gebete, sind sich einig. Tod und Auferstehung gehören zum Leben. Von Anfang an ist es von eurem Vater gewollt, dass ihr das Leben habt und dieses Leben niemals endet. Tod und Auferstehung gehören zur Wirklichkeit eures Lebens, sie sind der Weg, der ins Leben führt.

Die Auferstehung zu glauben, bleibt eine Herausforderung. Vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht nur die Person des Sohnes Gottes betrifft, sondern weil sie auch uns angeht. Christlicher Glaube mutet uns zu, dass die Endgültigkeit des Todes durchbrochen ist und der Mensch eine Perspektive auf ein neues Leben hat. Solch ein Glaube ist eine Zumutung, denn er tut eine Geschichte auf, über die wir kein Wissen haben. Wir wissen nicht, wie dieses neue Leben aussieht, alle Bilder bleiben unsere Ideen. Solch ein Glaube ist eine Zumutung, denn er gibt Mut, nämlich Mut nicht mit dem Schlimmsten zu rechnen, sondern mit dem Besten, mit vollendetem Leben.

Die Auferstehung der Menschen zu glauben, fällt nicht nur leicht. Doch wem dieser Glaube geschenkt ist, der fällt das Leben leichter, denn er hat eine Perspektive, die über den Tod hinausgeht, ein Leben das des Lebens wert ist.