Unsere Nachrichten sind voll von Berichten, die uns eine große Not der Welt erzählen. Regionen, die von Krieg und Terror geschüttelt sind. Naturkatastrophen, atomare Bedrohung und der beinahe tägliche Bericht von einer drohenden Klimakatastrophe. Auf unserer Erde ist vieles im Gange, was Angst und Sorge macht. Manches bedroht uns direkt, manches nehmen wir nur als entfernte Bedrohung wahr.

Da scheinen die Worte Jesu genau das zu sein, was unsere Situation beschreibt. Kündigt er nicht große Not an? Spricht er nicht von der Sonne, die sich verfinstert und vom Mond, der vom Himmel fällt. Endzeitpropheten fühlen sich durch die Worte Jesu sehr bestätigt. Wäre es da nicht sinnvoll, in aller Ruhe und Gelassenheit das Ende der Welt abzuwarten, sprich die Hände in den Schoß legen und betend auf die Wiederkehr des Herr warten.

Wenn wir die Worte des heutigen Evangeliums so deuten, dann greifen wir allerdings zu kurz. Wir lesen nur den einen Teil der Rede Jesu, den zweiten überhören wir. Sicher steht da der Hinweis, dass es ein Ende der Erde, so wie sie ist, geben wird, aber da stehen auch andere Worte. Jesus spricht nicht von der Vernichtung der Menschen, sondern von der Wiederkunft der Herrlichkeit Gottes. Er spricht nicht vom Ende der Menschheit, sondern davon, dass diese Generation der Menschen, das Wiederkommen des Menschensohnes erleben wird. Und Jesus betont, dass der Mensch, und sogar Gottes Sohn, weder den Tag noch die Stunde kennt, an dem der Herr kommt.

Jesus spricht zwar vom Ende der Welt, allerdings macht er auch deutlich, dass es niemanden geben wird, der weiß, wie und wann dieses Ende aussieht. Uns hilft also keine Weissagung des Nostradamus oder anderer Propheten. Uns hilft keine Panik und auch keine übertriebene Sorglosigkeit. Das Ende der Welt liegt allein in Gottes Hand.

Wenn Jesus vom Ende der Welt spricht, dann heißt das nicht Vernichtung. Vielmehr hören wir von Jesus eine Vision. Alle Menschen kommen zusammen, zusammengerufen von allen Enden der Erde. Solch eine Vision klingt verlockend und doch sehen wir die Probleme unserer Zeit. Soll das gut gehen?

Wir sehen die Not unserer Zeit und sie erwartet unsere Reaktion. Wir hören die Klage der Klimaforscher, die bereits seit Jahren auf die Folgen fehlender Sensibilität für unsere Umwelt hinweisen. Es ist zwar bekannt, dass ein wachsendes Ozonloch für die Erwärmung der Pole unserer Erde verantwortlich ist und dass der Mensch dabei hilft, dass sich dieses Loch in unserer schützenden Atmosphäre ausbreitet, doch wer ist wirklich bereit, nötigen Schritte zu gehen. Die Länder Afrikas und Südamerikas beschweren sich zu Recht bei den Industrienationen, dass diese weiterhin auf Kosten der ganzen Welt ihre Umwelt vergiften und kaum aktiven Umweltschutz betreiben.

Die Lösung von so manchem Problem wäre bekannt, sie scheitert aber an persönlichen Interessen und Bequemlichkeiten. Keine Nation der Welt verzichtet gerne auf Einfluss, den sie sich mühsam erarbeitet hat. Kein Wirtschaftskonzern mutet seinen Aktionären zu, Einbußen hinzunehmen, damit Umwelt geschützt oder fremde Völker gestützt werden. Mächtigkeiten bestimmen eher menschliches Handeln als vernünftiges Loslassen von Einfluss.

Nun könnten wir sagen, was können denn wir daran ändern, das ist doch eine Hausnummer zu groß für uns. Auch wenn sich vieles unserem direkten Einfluss entzieht, bleiben doch Möglichkeiten in unserem kleinen Bereich. Stellen wir uns einmal der Frage, ob uns die Bequemlichkeit wichtiger ist als die Umwelt, wenn wir unser Auto das nächste Mal aus der Garage holen, wo doch das Fahrrad daneben steht. Oftmals beginnt die Veränderung unserer Welt bereits da, wo wir uns nur die richtigen Fragen suchen. Je mehr Menschen so bewusst ihren Alltag gestalten, desto mehr wird sich auch manches in unserer Welt verändern können. Hier glaube ich an die Macht der kleinen Schritte. Wir müssen diese Schritte nur gehen.