Hungertuch 2009


Seit einigen Tagen hängt in unserer Kirche das Misereor Hungertuch. Gestaltet wurde es vom nigerianischen Künstler Tony Nwachukwu. Es trägt den Toitel "Gottesschöpfung bewahren" und passt damit gut zu der Lesung aus dem Buch Genesis. Am Ende der Sintflut schließt Gott mit den Menschen einen Bund. Er verspricht, dass nie mehr eine Flut über die Erde kommen wird. Gott versprocht dem Menschen, dass ER die Erde nicht vernichten wird.

Im Bild, das wir hier als Hungertuch sehen, lassen sich verschiedene Bereiche ausmachen. Im oberen Teil fällt eine große Hand auf. Sie erinnert an das Gemälde in der Sixtinischen Kapelle in Rom, wo Gottes Hand sich dem Arm des Adam entgegen streckt. An die Stelle des Adam ist hier eine Schriftrolle getreten, die einen Knochen umwickelt. Auf der Schriftrolle lassen sich die verschiedenen Schöfpungstage ausmachen, wie sie im Buch Genesis beschrieben sind.

Im linken Bereich des Bildes ist die geschundene Schöpfung dargestellt. Giftige Substanzen haben die Erde, das Wasser und die Luft sosehr verändert, dass Leben kaum mehr zu entdecken ist. In der rechten unteren Ecke entdecken wi Menschen, die sich um ein Licht versammelt haben. Alpha und Omega weisen diese Kerze als Osterkerze aus. Hier ist das Ziel vorgegeben, auf das wir in den Tagen der Fastenzeit zugehen. Ostern, die Erneuerung des Bundes zwischen Gott und Mensch, ist das Ziel dieser vierzig Tage der Besinnung un dder Umkehr, durch die uns dieses Bild begleiten wird.

Zwischen Osterlicht und der Schöfung besteht eine Verbindung. Der kopf eines Vogels weist auf die Flamme der Kerze. Auf ihren Schwingen spielt das GEschehen der Schöpfung. Eine Taube ist es, die das Ende der Sintflut ankündigt, als sie mit einem Ölzweig zu Noah zurückkehrt und damit eine Botschaft vom Leben bringt. In der Gestalt einer Taube kommt der Geist auf Jesus herab, als er sich im Jordan taufen lässt, und weist auf den Geist hin, den wir in der Taufe empfangen haben. Die Taube ist Symbol des Lebens und in besonerer Weise Zeichen des lebenspnedenden Geistes, der von Gott ausgeht. Am Anfang schwebt Gottes Geist über den Wassern der Urflut und spricht sein Wort "Es werde!" und es ward. Am Anfang der Schöpfung steht Gottes Geist. Diese Aussage widerspricht weder irgendwelchen Chaostheorien noch der Evolutionstheorie. Gottes Geist steht am Beginn der Entstehung dieser WElt und bringt Ordnung in das Durcheinander des Anfangs. Die Dinge erfahren, wo ihr Platz ist. Sie beginnen sich zu entwickeln und nach und nach entsteht die Welt in ihrer ganzen Schönheit. Die Zeit erhält ihren Rhythmus. Lebensräume entstehen und werden bevölkert und schließlicht betritt der Mensch die Bühne der Schöpfung. Gott sieht sich alles an und er befindet alles für gut - auch den Menschen.

Sehen wir nochmals auf das Bild: Gottes Finger berührt den Knochen in der Schriftolle fast zärtlich. Es ist keine Faust, keine zupackende Hand, die hier am Werk ist. Es ist der ausgestreckte Finger Gottes. Auch die Berührung mit dem Knochen weist auf den lebenspendenden Geist Gottes hin. Der Künstler hat eine Lesung aus der Osternacht vor Augen. Im Buch Ezechiel ist zu lesen, dass Gott allen Gebeinen Geist bringt, damit sie leben. Das was bereits tot scheint, was sich vom Leben verabschiedet hat, wird von Gott nochmals berührt. Vorsichtig, zärtlich geht Gott mit seinem Geist ans Werk und ruft die Welt ins Leben. Es ist eine zärtliche Berührung, die den Menschen ins Leben holt.

Gott lässt die Welt entstehen. Mit seinem Geist schafft er Lebensraum und Lebewesen. Alles hat seinen Platz. Wenn der Mensch in dieser Schöpfung einen besonderen Platz einnehmen darf, so wurde ihm damit auch eine besondere Verantwortung übertragen. Dem Menschen ist Gottes Geist gegeben, damit er die Schöpfung im Geiste Gottes bewahr. Sie ist dem Menschen nicht nur als Geschenk, sondern auch aus Aufgabe übertragen worden. Gott mutet uns Menschen damit etwas z. Wir sind nicht nur Geschöpfe. Wir sind Gottes Geistträger. DAmit sind wir auch fähig, die Schöpfung zu bewahren, als Lebensraum für usn und für alle Geschöpfe, damit alle leben können.