Brot – Symbol für das, was wir zum Leben brauchen.

Zuerst denken wir dabei an die Nahrung, die wir Tag für Tag zu uns nehmen, damit wir leben können. Auch wenn man immer wieder darüber klagt, dass der Mensch in seinem Überfluss nicht mehr mit Brot zufrieden sei, so bleibt doch Brot das Symbol für Nahrung in jeder Form und wer genießt nicht ab und zu mit Genuss eine Scheibe Brot. An diesen Geschmack kommt kein Lebensmittel heran.

Die Bedeutung von Brot lässt sich an unserer Sprache sehen. So heißt eine der großen jährlichen Hilfsaktionen Brot für die Welt. Wir beklagen uns, dass jemand nicht einmal ein Stück Brot übrig hatte. Wenn wir von der Brotzeit reden, dann meinen wir damit die nötige leibliche Stärkung, egal was wirklich auf dem Tisch steht.

Brot steht für Nahrung an sich. Doch Brot ist Symbol für mehr. Es ist Symbol für alles, was der Mensch zum Leben braucht. Dazu gehören auch Nähe, Geborgenheit, Freundschaft, Liebe. Um leben zu können braucht der Mensch die Erfahrung, dass er angenommen und geliebt ist. Diese Erfahrung vermitteln uns Menschen, denen wir wichtig sind. Sie wird uns aber auch von Gott selbst vermittelt. Gott selbst ist es, der uns liebt und uns so das Leben gibt.

Im heutigen Evangelium spricht Jesus von sich als dem lebendigen Brot, das vom Himmel kommt. Wir mit unserem christlichen Hintergrund denken dabei schnell an die Eucharistie, doch darum soll es heute nicht gehen. Es gibt noch ein anderes Brot, das uns nährt. Es ist Gottes Wort. Die Schrift sagt: der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Dieses Wort, das von Gott kommt, ist Jesus Christus. Er ist das fleischgewordene Wort, das vom Himmel kommt. Er ist es, der den Menschen zum Leben verhilft. In Jesus Christus hat das Wort Gottes menschliche Gestalt angenommen und ist fassbar, greifbar geworden.

Im Evangelium hören wir die Menschen fragen: ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Doch Jesus widerspricht. Er ist der, der von Gott kommt. Er ist der Gesandte, der den Menschen von Gott erzählen wird. In Jesus offenbart sich, wie Gott ist und wie Gott zu den Menschen steht. Wer wissen will, wie Gott ist, der muss nur ihn sehen. Dann wir er sehen, dass Gott die Liebe ist. In Jesus Christus wird Gottes Liebe zu den Menschen konkret und ist fassbar. Sein Leben wird zur Offenbarung des Wesens Gottes, denn in ihm wird in Gottes Liebe Mensch. Die Liebe bekommt Gestalt. Gott offenbart sich als die Liebe. Sie ist letztlich das Leben für die Menschen.

Das Liebesangebot Gottes kennt keine Vorbedingung und ist ein Angebot an alle Menschen. Wir Menschen fangen gerne zu grübeln an. Haben wir etwas bekommen, weil wir es uns verdient haben? Stehen wir jetzt irgendwie in der Schuld des anderen? Unangenehme Fragen, die wir auch im Bezug auf Gott nicht ausblenden. Auch hier hätten wir uns gerne etwas verdient. Doch Gott tut keine Rechnung auf. Er liebt den Menschen, bedingungslos und unverdient. Seine Liebe können wir nur dankbar annehmen.

Gottes Liebe gilt nicht nur uns, sie gilt allen Menschen. Auch damit tun wir uns oft schwer. Lieber ist es uns, wenn wir klare Grenzen setzen können, wer denn dazu gehört und wer nicht. Wie gerne würden wir bestimmen, wer denn Gottes Liebe wirklich verdient. Doch Gott liebt jeden Menschen und jeden Menschen gleich.

Was bleibt uns Menschen? Im Epheserbrief geht Paulus mit seiner Gemeinde ziemlich ernst ins Gericht: Sie scheinen nicht ganz verstanden zu haben, was Gott mit seiner Liebe will. Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! Seid gütig zueinander, seid Barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Mehr ist nicht zu sagen. Nehmen wir die Worte des Paulus als Spiegel unserer Beziehung zu den Menschen in unserer Gesellschaft, den Andersdenkenden, den Andersgläubigen, den Fremden! Leicht sind die Menschen klassifiziert und damit deklassiert. Das mag tun wer will, wer sich aber auf Christus beruft, wer als Christ in der Beziehung zu Jesus Christus leben will, der hat damit auch die Liebe Gottes zu geerbt. Sie ist das Siegel, das die Christen tragen. Sie ist der Geist, aus dem die Christen leben. Der Liebe Gottes unser Gesicht zu geben, das ist unser Auftrag.