Wer hat sind noch nicht über Werbung geärgert, die mit der Post oder in neuerer Zeit über Faxgeräte und E-Mail ins Haus schneit. Was tun wir damit? Wir werfen sie in den Papierkorb oder betätigen die Löschtasche des Computers. Viel Erfolg haben diese Formen der Werbung kaum. Schwieriger wird es bereits, wenn wir durch einen Telefonanruf auf ein neues Produkt hingewiesen werden. Ganz so leicht wimmeln wir diese Leute nicht ab. Und noch schwieriger wird es, wenn uns ein Vertreter gar besucht. Dann braucht es ziemliche Konsequenz, sich nicht mal kurz die Bitte des freundlichen Menschen anzuhören. Der persönliche Kontakt hat immer noch die größte Wirkung.

In unserer technisierten Welt gehörten Computer und andere Hilfsmittel zum Handwerkszeug der Menschen, die eine Botschaft an den Mann bringen wollen. Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die sich auf diese Mitteln nicht einlassen können, so bedient sich doch ein großer Teil der Verkündiger moderner Mittel. Und doch bleibt bei aller Technik die persönliche Botschaft die wichtigste Form der Verkündigung. Menschen, die aus einer Überzeugung heraus handeln und reden, stecken auch andere Menschen an und nehmen sie mit auf den Weg ihrer Überzeugung.

Jesus sendet seine Jünger in Zweiergruppen aus, damit sie wie er den Menschen die Nähe Gottes verkünden. Dazu verleiht er ihnen die nötige Vollmacht. Allerdings sollen sie sonst nichts mit auf den Weg nehmen. Mehr brauchen sie auch nicht. Ihre eigene Persönlichkeit und die Vollmacht ihres Meisters genügen als Missionsausstattung. Gleichzeitig schränkt Jesus ihren Auftrag auch ein. Die Jünger müssen nicht in jedem Ort ankommen. Es genügt, wenn sie dort tätig werden, wo Menschen für ihre Verkündigung offen sind. Wer sie nicht hören will, dem dürfen sie auch aus dem Weg gehen.

Jesus gibt seinen Jüngern Vollmacht in seinem Namen zu wirken. Vollmacht hat nichts damit zu tun, dass Menschen über andere Macht ergreifen und ausüben. Die Jünger Jesu sind nicht zum Herrschen berufen. Vielmehr sind sie zum Dienen bevollmächtigt. Jesus versteht sein Wirken als Dienst am Heil der Menschen. Genauso sollen auch die Jünger mit ihrem Tun den Menschen zum Heil verhelfen. Die Jünger sind bevollmächtigt, die Menschen auf den Weg Jesu zu rufen und sie dabei zu begleiten. Sie haben die Vollmacht, den Menschen das Heil zu bringen. Es ist ein Dienst an den Menschen, den sie auf sich nehmen.

Das, was die Jünger zu sagen haben, haben sie bei ihrem Meister gelernt. Nun schickt sie ihr Meister in die Welt. Haben sie ihren Meister verstanden? Zu zweit sendet Jesus seine Jünger aus, so können sich die Jünger gegenseitig stärken. Sie haben die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu ermutigen. Wenn Menschen gemeinsam unterwegs sind, dann bekommt ihre Botschaft mehr an Glaubwürdigkeit, denn in der Zweiergemeinschaft zeigt sich bereits, ob sie ihre Botschaft auch leben. Wo zwei miteinander im Namen Jesu unterwegs sind, werden seine Worte von der Liebe sichtbar.

Ziel ihrer Verkündigung ist das Heil der Menschen. Deshalb verkünden sie den Menschen die Umkehr und sie bringen ihnen das Heil.

Der Aufruf zur Umkehr soll die Menschen hin auf den Weg zu Gott bringen. Jesus Christus wird nicht müde, Gott als den liebenden Vater zu predigen. Wer sich auf diese Botschaft einlässt und sich auf den Weg der Liebe macht, der lebt Umkehr. Wenn nun die Jünger Umkehr predigen, dann wollen sie die Menschen auf den Weg der Liebe führen. Sie laden die Menschen ein, sich Gott zuzuwenden, der den Menschen entgegenkommt und für sie das Heil will. Die Worte der Jünger sind Evangelium, frohmachende Botschaft, denn sie verkünden das nahe Reich Gottes, auf das sich die Menschen einlassen sollen.

Unterstützt wird das Wirken der Jünger durch das Heil, das sie den Menschen bringen können. Durch Jesus sind die Jünger bevollmächtig, Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen. Wer sich also auf den Weg Jesu einlässt, der erfährt das Heil hautnah.

Die Jünger Jesu sind mit einer Heilsbotschaft unterwegs und doch bleibt dem Menschen die Freiheit, diese Botschaft anzunehmen oder abzulehnen. Manchen Menschen muss man zu seinem Glück zwingen, sagen wir. Das hätten wir gern auch in Glaubensdingen. Doch Jesus trägt seinen Jüngern auf, dass sie niemanden zwingen sollen. Wer kein Interesse an ihrem Wirken hat, den sollen sie in Ruhe lassen. Er hat sich sein Schicksal selbst gewählt.

Was Jesus den Jüngern mit auf den Weg gibt, ist auch unser Auftrag. Wir sind mit einer Botschaft in der Welt unterwegs. Es ist die Botschaft vom Heil das jedem Menschen geschenkt ist. Diese Botschaft soll Inhalt unseres Lebens sein, damit möglichst viele Menschen den Weg des Evangeliums als ihren Weg entdecken und so zum Heil finden.

Werbung hat am ehesten Erfolg, wenn Menschen durch ihr Leben, durch ihr Reden und Tun überzeugen. Dieses Werben muss einladend sein und dem Menschen zeigen, dass die eigene Überzeugung wirklich Freude macht. Wenn wir für unseren Glauben werben wollen, werden wir dann Erfolg haben, wenn wir  aus dem Evangelium leben und die Freude an Jesus Christus uns ins Gesicht geschrieben ist.