Gedanken von mir
 

Das Leben nach dem Tod?

Was kommt nach dem Tod? Viele Menschen, auch viele Christen, glauben nicht an ewiges Leben, das galt für die Korinther, an die Paulus schreibt, das gilt für viele Menschen unserer Zeit. Was kommt nach dem Tod? Mit dem Fest Maria leibliche Aufnahme in den Himmel gibt uns unser Glaube eine Antwort.

Mit der Aufnahme Marias in den Himmel, wird Marias Leben vollendet. Gott holt einen Menschen ins Leben der ewigen Herrlichkeit. Für viele Menschen, auch für Christen, ist es schwer zu glauben, dass Menschen in Gottes Herrlichkeit leben. Wiedergeburt und endgültiges Ende sind für Viele eher denkbare Alternativen bezüglich des Sterbens. Der Glaube an die Auferstehung Jesu heißt nicht automatisch auch den Glauben an das Ewige Leben.

Jesu Auferstehung ist für Menschen leichter begreifbar. Schließlich war Jesus Mensch und Gott, aber gilt damit Ewiges Leben auch für Menschen? Mit der Feier der Aufnahme Marias in den Himmel zeigen wir, dass auch der Mensch über den Tod hinweg eine Perspektive hat. Christus hat nicht nur seinen Tod überwunden, er hat auch den Tod der Menschen überwunden und so den Weg zu ewigen Leben eröffnet.

Paulus schreibt von einer Gewissheit, die wir haben dürfen: Wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden, denn ihm wird von Gott alles zu Füßen gelegt, auch der letzte Feind des Lebens, der Tod.

Weil in Christus der Tod seinen Meister gefunden hat, gibt es für jeden Menschen eine Zukunft in Gottes Herrlichkeit. Denn Jesus hat nicht nur seinen Tod besiegt, sondern den Tod aller Menschen.

Somit ist uns Hoffnung auf Ewiges Leben gegeben. Mit dem Glauben an ewiges Leben verbindet sich auch der Gedanke, dass der Mensch im Sterben seine Identität nicht verliert. Ewiges Leben heißt leben in Gottes Herrlichkeit als Menschen mit Leib und Seele. Auch dieser Gedanke wird im heutigen Fest ausgedrückt. Unser Glaube sagt uns, dass Maria leiblich – mit Seele und Leib – in den Himmel aufgenommen wurde. Damit räumt das heutige Fest mit vielen Vorstellungen auf. Gedanken an ein Leben als Geistwesen oder Idee widersprechen christlichem Denken. Wir haben eine Zukunft als Menschen mit allem, was unser Menschsein ausmacht, mit unserer Unvollkommenheiten und Grenzen. Gott führt die Menschen, so wie sie sind, zu sich. Bei ihm wird sich unser Leben vollenden.

Jesus hat uns den Weg in den Himmel eröffnet und er hat Maria diesen Weg mit Leib und Seele geführt. Wir dürfen glauben, dass Gott auch uns den Weg ins ewige Leben führen wird, wo wir als Menschen mit Leib und Seele leben.

Wie dieses Leben sein wird. Eine Vorstellung davon wird uns durch den Lobgesang Marias vermittelt. Es ist als rücke Gott unser gewohntes Weltbild zu recht. Da heißt es vom Erbarmen Gottes, das von Geschlecht zu Geschlecht gilt, dem stehen unsere Schuldsprüche, Verteufelungen, Schubladendenken und Vorurteile entgegen.

Gott zerstreut Hochmut, dem steht unsere Alleswisserei und Rechthaberei entgegen.

Gott gibt den Hungernden und nimmt den Reichen. Dem stehen die Unrechtsstrukturen unserer Welt entgegen, die Reiche reicher und Arme ärmer werden lassen. Gottes Weltbild ist anders als unser menschliches. So wird auch die Vollkommenheit der Welt und unseres Lebens anders sein, als wir es uns vorstellen. Es wird nur unendlich gut sein.

Wir feiern das Fest Maria Aufnahme in den Himmel. Dieses Fest ist der Ausdruck christlicher Hoffnung auf ein Leben aller Menschen in der Herrlichkeit Gottes. Maria ist uns einen Weg vorausgegangen, den wir einmal nachgehen werden.